Laborwerte von A-Z: Alles mit G


gamma-GT

Das Enzym gamma-GT findet sich zwar in höheren Konzentrationen in Leber, Nieren und Dünndarm. Die gamma-GT-Konzentrationen im Blut lassen aber Rückschlüsse auf Leber bzw. Gallenwege zu, da die im Blut messbare gamma-GT fast nur aus diesen kommt.

Normalbereich (Blut)

  • Frauen: < 38 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer: < 55 U/l (Messung bei 37 °C)

Indikation

  • Diagnose und Verlaufskontrolle von Erkrankungen der Leber und der Gallenwege
  • Diagnose und Verlaufskontrolle bei chronischem Alkoholmissbrauch.

Ursachen erhöhter Werte

  • Gallenstauung, entweder in der Leber oder durch Abflussstörungen der Galle, z. B. bei Steinen in den Gallengängen, Tumor der Bauchspeicheldrüse, Gallengangsentzündung
  • Lebererkrankungen
  • Alkoholmissbrauch
  • Einnahme der „Pille“ und anderer Medikamente (z. B. Mittel gegen Epilepsie, Rheumamedikamente oder harntreibende Medikamente).

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Gerinnungswerte (Quickwert und INR)

Der Quickwert ist ein Suchtest auf Gerinnungsstörungen. Er dient außerdem zur Überwachung einer gerinnungshemmenden Therapie mit Cumarinen. Da aber die Quickwerte verschiedener Labors nur unzureichend miteinander vergleichbar sind, wird hier zunehmend die INR (international normalized ratio) benutzt, die international standardisiert und weniger laborabhängig ist.

Normalbereich (Blut) [KLL; TLD]

  • Quickwert: 70–130 % (laborabhängig)
  • INR: 0,85–1,15

Indikation

  • Suchtest bei Blutungsneigung
  • Ausschluss einer Gerinnungsstörung vor operativen Eingriffen
  • Überwachung der Behandlung mit Cumarinen
  • Verlaufskontrolle bei schweren Lebererkrankungen und Vitamin-K-Mangel.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Behandlung mit Cumarinen
  • Schwere Lebererkrankungen mit verminderter Bildung von Gerinnungsfaktoren
  • Vitamin-K-Mangel
  • Angeborener Mangel an Gerinnungsfaktoren
  • Verbrauchskoagulopathie, gesteigerte Fibrinolyse.

Hinweise

Der Zielbereich (therapeutische Bereich) für den Quickwert bei einer Cumarinbehandlung liegt je nach gewünschtem Grad der Gerinnungshemmung bei 15–40 % (15 % = starke Gerinnungshemmung mit höherer Gefahr von Spontanblutungen, 40 % = mäßige Gerinnungshemmung mit geringer Gefahr von Spontanblutungen). Bei der INR liegt der Zielbereich bei 1,5–4,5, wobei hohe Zahlenwerte eine starke Gerinnungshemmung anzeigen.

Zur Selbststeuerung der Behandlung mit Cumarinen ist ein selbst durchführbarer Test ähnlich einer Blutzuckermessung verfügbar (Coaguchek®). Dieser kann nach einer Schulung den häufigen Gang zum Arzt zur Quick-Kontrolle ersparen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Gesamtcholesterin (Cholesterin)

Cholesterin ist Baustoff der Zellmembranen und notwendig für die Herstellung von Gallensäuren, Hormonen und Vitamin D. Es wird mit der Nahrung aufgenommen und auch im Körper selbst gebildet. Da es als Fett im wässrigen Blut kaum löslich ist, wird Cholesterin im Blut an verschiedene Apolipoproteine gebunden und als Lipoprotein transportiert.

Der Cholesterinspiegel im Blut ist ein Schlüsselindikator für das Risiko arteriosklerosebedingter Erkrankungen, allen voran für die koronare Herzkrankheit. Neben dem Gesamtcholesterin sind dabei v. a. auch die Konzentrationen des „schlechten“ LDL-Cholesterins und des „guten“ HDL-Cholesterins sowie deren Verhältnis zueinander (LDL/HDL-Quotient) maßgeblich.

Normwert (Blut)

< 200 mg/dl (< 5,2 mmol/l)

Indikation

  • Basisuntersuchung zur Früherkennung eines erhöhten Risikos für arteriosklerosebedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, v. a. koronare Herzkrankheit
  • Kontrolle bei diätetischer oder medikamentöser Behandlung einer Hypercholesterinämie, also zu hoher Cholesterinspiegel.

Ursachen erhöhter Werte

  • Fett- und cholesterinreiche Ernährung
  • Schilddrüsenunterfunktion, nephrotisches Syndrom, Gallenstauung, Diabetes
  • Schwangerschaft
  • Medikamente: „Pille“, Glukokortikoide, Diuretika
  • Primäre (erbliche) Hypercholesterinämien.

Ursachen erniedrigter Werte

In der Regel begleitend z. B. bei Schilddrüsenüberfunktion oder schweren Erkrankungen und ohne eigenen Krankheitswert

Hinweis

Die Blutabnahme zur Cholesterinbestimmung sollte nüchtern erfolgen, zur Sicherung der Diagnose sollte mindestens eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Gesamteiweiß

Das Gesamteiweiß im Blutplasma gliedert sich in mehr als 100 unterschiedliche Eiweiße, die durch Eiweißelektrophorese weiter aufgetrennt werden können.

Normalbereich

  • Blutserum/Blutplasma: 66–83 g/l
  • Urin: < 0,15 g/24 Std.
  • Liquor: < 0,4 g/l

Indikation

  • Blutserum: Verdacht auf erhöhte oder verminderte Konzentration von Gesamteiweiß im Blut, z. B. bei Nierenerkrankungen, Störungen des Wasserhaushalts
  • Urin: Verdacht auf vermehrte Eiweißausscheidung im Urin
  • Liquor: Diagnose und Verlaufskontrolle v. a. von entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Ursachen erhöhter Werte

  • Blutserum: Austrocknung, chronische Entzündungen, Leberzirrhose, Plasmozytom
  • Urin: Langes Stehen, körperliche Anstrengung, Fieber, Eiweißverlust über die Niere (z. B. bei nephrotischem Syndrom, Glomerulonephritis, diabetischen Nierenschäden), Harnwegsinfektion (z. B. Blasenentzündung), Plasmozytom
  • Liquor: v. a. bei nicht infektiösen Entzündungen und Infektionen des zentralen Nervensystems, Zirkulationsstörungen des Liquors.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Blutserum: Überwässerung, Verminderung der Albumin-Konzentration, Antikörpermangel
  • Urin: ohne Krankheitswert
  • Liquor: ohne Krankheitswert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
GLDH (Glutamat-Dehydrogenase)

Das Enzym GLDH kommt zwar überall im Körper vor, in besonders hoher Konzentration aber in der Leber. Es geht bei schweren Lebererkrankungen mit Untergang von Leberzellen ins Blut über und wird dort in erhöhter Konzentration gefunden.

Normalbereich (Blut) [KLL; LAB; TLD]

  • Frauen: < 5 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer: < 7 U/l (Messung bei 37 °C)

Indikation

Differenzialdiagnostik und Schweregradeinschätzung von Lebererkrankungen (Leberlabor)

Ursachen erhöhter Werte

Schwere Lebererkrankungen mit Leberzelluntergang, z. B. schwere Virushepatitis, Vergiftungen

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Glukose

Um die Glukose-Konzentration zu bestimmen, sind vor allem folgende Werte entscheidend:

  • Nüchternblutzucker
  • oGTT

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Gluthation-Peroxidase und Glutathion-Reduktase

Die Gluthation-Peroxidase ist ein an Selen gebundenes Enzym, das im Körper zur Entgiftung freier Radikale beiträgt. Die antioxidativ wirkenden Vitamine C und A werden durch dieses Enzym regeneriert. Das Enzym Glutathion-Reduktase wandelt das in fast allen Zellen vorkommende Eiweiß Glutathion vom oxidierten in den reduzierten Zustand um. Das reduzierte Glutathion wiederum fungiert als Radikalfänger und Antioxidans.

Normalbereich (Blut)

laborabhängig

Indikation

bei Verdacht auf Mangelzuständen oder im Rahmen der Anti-Aging-Diagnostik.

Ursachen erniedrigter Werte und Bewertung

bei Erschöpfungszuständen, großen Operationen oder schweren Erkrankungen wie Krebs.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Glykohämoglobine

Um Aufschluss über die Glykohämoglobine (glykosyliertes Hämoglobin, glykiertes Hämoglobin) zu erhalten, sind folgende Werte entscheidend:

  • HbA1
  • HbA1c

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase)

Das Enzym GOT kommt v. a. in Leber, Herz und Muskulatur vor und wird entsprechend bei Leber-, Herz- und Muskelerkrankungen in erhöhter Konzentration im Blut gefunden. Die GOT überträgt ebenso wie die GPT so genannte Aminogruppen, weshalb beide auch als Transaminasen zusammengefasst werden.

Normalbereich (Blut) [LAB; TLD]

  • Frauen: < 35 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer: < 50 U/l (Messung bei 37 °C)

Indikation

Diagnose, Verlaufskontrolle und Schweregradbeurteilung bei Erkrankungen der Leber, der Skelettmuskulatur und beim Herzinfarkt

Ursachen erhöhter Werte

  • Akute und chronische Lebererkrankungen, besonders stark erhöht bei akuter Virushepatitis oder Leberschäden im Rahmen von Vergiftungen (z. B. Pilzvergiftung)
  • Herzinfarkt
  • Muskelkrankheiten, besonders hoch bei Muskeldystrophie vom Typ Duchenne.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase)

Das Enzym GPT gehört wie die GOT zu den Transaminasen und ist in höheren Konzentrationen hauptsächlich in der Leber zu finden.

Normalbereich (Blut)

  • Frauen: < 35 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer: < 50 U/l (Messung bei 37 °C)

Indikation

Diagnose, Verlaufs- und Therapiekontrolle von Erkrankungen der Leber und Gallenwege

Ursachen erhöhter Werte

Akute und chronische Lebererkrankungen jeglicher Art

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

News

Wo Kinder sicher schwimmen
Wo Kinder sicher schwimmen

Gefahrloses Badevergnügen

Sommer, Sonne, Badespaß – das passt zusammen, vor allem in der Ferienzeit. Doch Wasser ist nicht ganz ungefährlich, wie auch dieses Jahr wieder zahlreiche Badetote beweisen. Wo das Risiko für Kinder und Jugendliche besonders groß ist, erklären nun deutsche Kinderärzte.   mehr

Hund schützt Herz
Hund schützt Herz

Nach dem Infarkt

Der Hund ist nicht nur bester Freund des Menschen, er fördert auch in vielerlei Hinsicht dessen Gesundheit. Im besonders riskanten ersten Jahr nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall senkt der Vierbeiner sogar das Sterberisiko seines Besitzers, wie eine schwedische Studie zeigt.   mehr

Nahrungsergänzung im Blick: Algen
Nahrungsergänzung im Blick: Algen

Sinn oder Unsinn?

Als Öl, Pulver oder in gleich in bequemer Kapselform: Algenprodukte sind begehrt und gelten als „Superfood“. Doch ist das Meeresgemüse tatsächlich so gesund?   mehr

Bauchlage trainiert die Muckis
Bauchlage trainiert die Muckis

Früh übt sich …

Zur Verhütung des plötzlichen Kindstods sollen Babys beim Schlafen immer auf dem Rücken liegen. Doch ist das Baby wach und munter, gibt es gute Gründe, es unter Aufsicht der Eltern immer mal wieder auf den Bauch zu legen.   mehr

Trinken ist oberstes Gebot
Trinken ist oberstes Gebot

Auch bei Blasenschwäche

Auch bei Blasenschwäche gilt: Genug trinken muss sein. Denn Flüssigkeitsmangel durch Trinkverzicht löst nicht nur Kopfschmerzen aus, er reizt auch die Blase — und verstärkt die Blasenschwäche nur noch mehr.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Apotheke in der Huchtinger Heerstraße
Inhaber Hans-Jürgen Pleteit
Telefon 0421/58 10 23
E-Mail info@apotheke-huchting.de